Zentangle

Kritzelst Du noch oder tanglest Du schon? Meditation mit Zentangle®

Kennst Du noch die Kritzeleien auf den Notizblöcken in der Schule? Überall auf der Welt tun Schüler das Gleiche. Warum? Um sich vom langweiligen Unterricht abzulenken. Klar. Aber auch, weil es sie in einen wunderbaren Trancezustand versetzt, den Psychologen „Flow“ nennen. Das fühlt sich gut an, bringt den Geist zur Ruhe und entspannt.

Von diesem Gekritzel können wir auch noch als Erwachsene profitieren. Und zwar bewusst und nicht nur dann, wenn wir ein langweiliges Telefonat führen. Besonders einfach gelingt es mit einer Methode, die sich Zentangle® nennt und die möchte ich heute vorstellen.

 

Zen…was? Zentangle®!

Zentangle ist eine ganz eigene Art der Meditation, die nach festen Regeln verläuft innerhalb derer es aber viel Platz für Kreativität gibt und die sogar eine Art eigene Sprache benutzt. Sie wurde von Maria Thomas (Kalligrafin) und Rick Roberts (ehemaliger Mönch) erfunden. Hier ist die Website der beiden. Eine gute Anleitung findet man hier. Als neugierige Testerin musste ich es natürlich ausprobieren und ich bin restlos begeistert! Obwohl meine Zeichnungen sich üblicherweise qualitativ nicht wesentlich von denen meines zweijährigen Sohnes unterscheiden, konnte selbst ich mit dieser Methode kleine Kunstwerke erschaffen. Dabei haben mir die „Spielregeln“ sehr geholfen! Sie sind toll, weil sie einen Rahmen bieten, lassen dabei aber auch genug Freiraum für eigene Ideen und Kreativität. Doch sobald Erwartungen oder Leistungsdruck ins Spiel kommen, warnt Zentangle-Expertin Claudia Toelle:

« Die Methode ist kein wie auch immer gearteter Wettbewerb, es geht nicht darum, besonders schnell, „gut“ oder was auch immer im Vergleich mit anderen zu sein. Es geht um den Prozeß des tangelns an sich und um die eigenen, sehr subjektiven Erfahrungen, die man damit macht. »

Claudia Tölle

Claudia (oben im Bild), 44, in München lebend, ist eine von ganzen zwei Zertifizierten Zentangle Trainerinnen in Deutschland. Sie sagt von sich selbst, dass sie gar nicht mal besonders gut zeichnen kann. Aber das hindert sie nicht daran, die Vorteile von Zentangle für sich zu nutzen und andere (wie etwa mich) anzustecken.

« Für viele ist es beim Meditieren leichter, sich auf eine körperlich Aktivität, sei es nun Yoga, Kampfkunst oder eben Zeichnen zu konzentrieren und dabei einen Bewußtseinszustand zu erreichen, der gleichzeitig ganz wach und entspannt ist. Und dies kann man eben sehr gut erreichen, indem man die meist sehr einfachen Muster zeichnet. »

Da die zu bemalenden Kacheln übersichtlich groß sind, braucht man nicht allzu lange für ein Zentangle. Dadurch lässt es sich auch in einen sehr kompakten Alltag packen. Claudia schlägt ein Viertelstündchen am Morgen vor, um den Tag zu starten oder am Abend, um den Tag ausklingen zu lassen. Und warum nicht auf der Arbeit als Pausengestaltung oder während die Kids Siesta machen?

Zentangle-Material

« Das geradezu luxuriöse Material spielt eine besondere Rolle bei Zentangle. Es werden sehr hochwertige japanische Stifte empfohlen (Sakura Micron Pigma Pens) und die Kacheln, die die amerikanische Mutterfirma Zentangle.Inc extra produzieren läßt, sind aus wunderbarem italienischen Papier, das leicht rau ist und abgerundete Ecken hat. »

Erklärt Claudia.

Willst Du zunächst ausprobieren, ob Zentangle etwas für Dich ist ohne gleich Geld in die Hand zu nehmen, kannst Du zunächst auf haushaltsüblichem Material tangeln: ein Stück Papier, ein schwarzer Stabilo und ein Bleistift genügen. Wenn es Dir gefällt würde ich Dir Profi-Material ans Herz legen. Ähnlich wie beim Kochen macht es einfach soooo viel mehr Spass, mit den richtigen Utensilien zu hantieren! Damit lassen sich einfach die schönsten Zentangles machen und nur damit wird das Tangeln zu einem ganzheitlichen Sinneserlebnis. Zentangle-Material habe ich im Dawanda-Shop von Claudia bezogen. Auf dem Bild kannst Du mein kleines Anfänger-Set bewundern. Es ist wirklich ein Jammer, dass man die Haptik nicht mit fotografieren kann!

Zentangle Anfänger-Set

 

Wirkung von Zentangle

« Bei Zentangle geht es um Ruhe, Entspannung, Achtsamkeit, Atmen, Freuen, Einlassen, Erfahren, Ausprobieren. Und Spaß!! Und genau das ist Zentangle auch für mich: eine tolle Methode, zu mir zu kommen, ruhiger zu werden und mich an der Sache selbst und dem Ergebnis zu freuen. »

Hier habe ich die Vorteile von Zentangle zusammengefasst:

Für mich ist Zentangle vor allen Dingen eins: meeeega entspannend! Ich ärgere mich schon fast ein bisschen, dass ich nicht schon früher auf die Idee kam, zu zeichnen. Was ich ausserdem bemerkenswert finde ist, dass sich meine Wahrnehmung verändert hat. Plötzlich sehe ich meine Welt buchstäblich mit anderen Augen, ich sehe Muster, die ich vorher nicht bewusst verzeichnet hatte und denke „oh, das könnte ich super in meinem nächsten Zentangle umsetzen“. Ich merke mir diese Muster und entwickle sie weiter. Kreativ zu sein ist mir noch nie schwer gefallen, aber das hat definitiv noch eine Schippe drauf addiert.

Wer noch weitere Gründe braucht, um mit dem Tangeln anzufangen, findet hier noch 5 Gründe für Zentangle.

Claudia´s Tipp am Ende:

« Probiert es aus, und ihr werdet die positiven Resultate von Zentangle selber erfahren. Ganz unwissenschaftlich, aber deutlich spürbar 🙂 »

PS: Diesmal hatte ich sehr mit der automatischen Rechtschreibprüfung zu kämpfen. Ständig wollte sie mir statt „Zentangle“ „Zeitmangel“ andrehen. Nein, nein und nochmal nein.

Comments
12 Responses to “Kritzelst Du noch oder tanglest Du schon? Meditation mit Zentangle®”
  1. Catrin sagt:

    Danke für die tolle Idee! Ich habe gleich gestern mal ein bisschen getangelt und es hat mir viel Spaß gemacht. Obendrauf ist das Ergebnis beim ersten Versuch tatsächlich verblüffend schön geworden, gleich ein Erfolgserlebnis zum Start. Ich werde diese Technik auf jeden Fall weiter erproben und auch weiterempfehlen. 🙂

    • Jessica Peterka-Bonetta sagt:

      Hallo Catrin, anscheinend hast Du eine sehr ähnliche Erfahrung wie ich gemacht 🙂 Wie schön, dass Du auf den Geschmack gekommen bist!
      Liebe Grüße
      Jessica

  2. Sabine sagt:

    Irgendwie habe ich das schon immer so nebenher gemacht. Aber vielleicht ist wirklich das Geheimnis, sich im Linienziehen ernst zu nehmen und ihm Aufmerksamkeit zu schenken. Bin gespannt, was dann für mich entsteht….

  3. Angie sagt:

    Hallo,ich kenne Zentangle schon etwas länger ,bin aber ebenfalls restlos begeistert.
    Eigendlich liegt mir Zeichnen absolut nicht,aber mit Zentangle entstehen auch bei mir tolle Kunstwerke
    es macht soviel Spaß und ist dabei herrlich entspannend. Einfach nur zum weiterempfehlen.
    Auch schön bei meditativer Musik;-)

  4. Mark sagt:

    Hey, jetzt weiß ich auch wovon du gestern Gesprochen hast. Ich musst das direkt mal selber ausprobieren nur halt ohne Papier und es ist wirklich genau so toll wie du in deinem Artikel beschrieben hast!

    Aber es ist wie ich immer sage es geht um das kreative mit der Hand nicht zwangsweise um Stift&Papier 😉

    Hier findest du auch meinen Blog Post dazu:
    http://blog.microle.de/2014/08/31/zentangle-ohne-papier/

  5. Hallo,
    vielen Dank für den schönen Artikel.

    und: Alle guten Dinge sind 3
    – im Juni war ich bei Rick&Maria imSeminar und jetzt ebenfalls stolze CZT (Certified Zentangle Teacher), in Hamburg-Fuhlsbüttel.

    Claudia & Anya habe ich im Juli auf dem CZT Europe Meeting in Holland auch gleich kennen gelernt.
    Wie schön, dass sich die Zentangle-Gemeinde vergrößert. Ein guter Trend!

    Herzliche Grüße Beate Winkler

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  1. […] kurzem habe ich über eine tolle, tolle und nochmals tolle, aktive Meditationsform geschrieben: dem Zentangle®. Zentangle-Trainerin Claudia Toelle, die geduldig meine Anfängerfragen beantwortet hat, stellte […]

  2. […] Aus motivationspsychologischer Sicht ist diese Strafe es übrigens total ineffektiv. Zielführender wäre eine positive Formulierung, welche das gewünschte Verhalten beinhaltet. Aber das nur am Rande. Mindestens genauso wichtig wie die gewählten Worte und deren Bedeutung ist der Prozess des Schreibens, die Bewegung des Stiftes, die Formung der Buchstaben und Wörter für die Erreichung des meditativen Zustandes. Wenn man zu Meditationszwecken schreibt, bemüht man sich automatisch um eine schöne Handschrift. Mich erinnerte es sofort an eine andere Form von aktiver Meditation über die ich berichtet habe, nämlich dem Zentangle. […]

  3. […] berichtete bereits über die Methode des Zentangles und in diesem Artikel möchte ich Dir drei Apps zum digitalen tanglen vorstellen. “Wie geht […]

  4. […] berichtete bereits über die Methode des Zentangles und in diesem Artikel möchte ich Dir drei Apps zum digitalen tanglen vorstellen. “Wie geht […]



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